Afghanen in Deutschland fordern internationalen Spendenaufruf

Während die Pandemie-Maßnahmen in Deutschland und der EU gelockert werden (die Tourismus-Industrie und ihr Druck spielt offenbar eine wesentliche Rolle dabei) steuert Afghanistan wie viele Länder, die unter Armut, Ungleichheiten und deshalb einem schwach entwickelten Gesundheitssystem leiden, auf einen neuen Höhepunkt zu.
Hier meine Reportage im Deutschlandfunk von heute.
Unten der erweiterte Text mit einer Reihe zusätzlicher Stimmen und Informationen.

Afghanen in Deutschland fordern internationalen Spendenaufruf / von Martin Gerner

In Afghanistan steigen die Zahlen der Corona-Infizierten und -Toten seit dem Ende des Ramadan drastisch an. Der Nachrichtensender Tolo TV meldete am gestrigen 13.Juni (hier), dass auch Monate nach dem Ausbruch der Pandemie landesweit immer noch die Möglichkeiten fehlten, belastbare medizinische Tests
auf Covid-19 durchzuführen. „Wir konnten bisher keine der Testzentren in den 34 Provinzen aktivieren“, so der amtierende Gesundheitsminister Ahmad Jawad Osmani. Derzeit haben wir Labore in 11 Provinzen, aber die von UNICEF zugesagten medizinischen Geräte sind nicht eingetroffen – also die Geräte, die es uns ermöglicht hätten, den Testprozess zu erweitern auf 34 Provinzen“. Dies brauche Zeit und liegt „außerhalb der Kontrolle des Gesundheitsministeriums“, so Osmani.

Außer Kontrolle: Fehlende Testzentren landesweit und eine nicht angekommene Hilfen

Das Ministerium führt zur Zeit nach eigener Aussage zwischen 1.000-1.500 Tests pro Tag durch. Jetzt verspricht es, die Testkapazität auf 5.000 Tests pro Tag zu erhöhen. Zugleich räumt das Gesundheitsminiterium Zweifel ein, ob diese Zahlen tatsächlich auch errichet würden. Lediglich in Kabul, Herat, Balkh, Nangarhar und Kandahar befinden sich Haupttestzentren. Afghanistans Regierung hat zwar bereits Millionen-Gelder an Hilfe zur Eindämmung der Corona-Pademie aus dem Ausland und eine Anzahl an Testkits erhalten. Wo das Geld hingeflossen ist kann aber bislang unabhängig nicht überprüft werden. Das Gesundheitsministerium gibt keine Auskunft über die Anzahl der verfügbaren Testkits. In der Bevölkerung kursieren derweil Gerüchte, die Regierung lasse die Anzahl der Opfer absichtlich ansteigen, um Hilfsgelder aus dem Ausland zu beziehen. Dies dürfte, wie häufiger in Afghanistan, allerdings eher in den Bereich der Verschwörungstheorien fallen.

Hilfe aus Deutschland

In Deutschland lebende Afghanen helfen ihren Familien, wo es nur geht. Doch angesichts der katastrophalen Zustände in dem Land fordern sie einen internationalen Spendenanruf.

Aus seiner Wohnung in Bochum ruft Arian Hassib über Skype seine Familie in Kabul an. Er ist besorgt um seine Mutter.
„Meiner Mutter geht es sehr schlecht. Seit zehn Tagen. Sie ist an Corona erkrankt. Die Situation ist sehr bedrohlich. Sie war zwischendurch bewusstlos“, so Arian Hassib. Am anderen Ende der Leitung in Kabul: Arians Mutter. Bibi Haja Hassib, 65 Jahre alt, Mutter von acht Kindern:
„Ich fühle mich schlecht. Ich versorge mich mit Sauerstoff und Medikamenten, so gut es geht. Im Krankenhaus, wo ich war, hat man mir nicht helfen können. Deine Schwestern Khatol und Thamina sind beide infiziert, auch ihre Kinder. Es hat uns alle erwischt.“

Seit Tagen schickt Arian Hassib seiner Mutter deshalb Geld nach Kabul. Und hofft, sie so am Leben zu erhalten: „Ich kann im Moment nur beten und Geld rüberschicken, damit meine Mutter die Sauerstoffflaschen besorgen kann. Eine Sauerstoff-Flasche kostet circa 300 Euro. Also drei Monatsgehälter. Eine Flasche hält etwa für zehn Stunden.“
Nach seiner Aussage hat es binnen weniger Tage die ganze Familie, den engeren Kreis wie auch die Verwandten, erwischt. „Von meiner engen Familienkreis, von 35 Personen sind 30 erkrankt. Das heisst: 30 Leute haben keine Arbeit, 30 Leute brauchen im schlimmsten Fall Sauerstoffmasken. Aber woher nehmen?
Schon die wenigen zu finden, die meine Mutter benötigt, war eine enormere Suche und Fahrerei in Kabul. Alle liegen im Bett im Moment. Mit Verwandtschaft sind mindestens 70-80 Personen aus meiner Familile erkrankt.“

Immunsystem durch den Fastenmonat geschwächt?
Ohne das Geld für die Sauerstoff-Flaschen wäre seine Mutter möglicherweise schon tot. Auch Anke, Arians Frau, leidet mit. Die beiden haben einen kleinen Sohn. „Das nimmt einen sehr mit. Ich merke auch, wie es Arian sehr mitnimmt und ihn ständig beschäftigt. Es schockiert. Denn die Hoffnung scheint irgendwie zu schwinden, weil alle schwer erkrankt sind. An den Stimmen hört man es auch“, sagt seine Frau.

Arian Hassib hat an der Ruhr-Uni in Bochum promoviert und ist seitdem als Ingenieur tätig. Er lebt seit über 15 Jahren in Deutschland. Wie er schicken viele Afghanen aus Deutschland ihren Familien Geld in die Heimat, damit sie überleben können. „Normalerweise schicke ich immer 50 Prozent von dem, was ich verdiene, nach Kabul“, so Arian Hassib. „An meine Mutter, meine Brüder, an meine Schwestern. Damit sie über die Runden kommen. Aber mittlerweile sind es 80 Prozent dessen was ich verdiene. Das macht auch mir auf jeden Fall einen erheblichen Druck. Ich habe alle meine Rücklagen aufgebraucht. Da steht man dann ohne Unterstützung da.“

Eigentlich wollte Arian Hassib diesen Monat den Weg in die Selbständigkeit wagen um wirtschaftlich auf eigenen Beinen zu arbeiten, aber die Lage in Afghanistan verändert alles: „Das ich jetzt deutlich mehr nach Kabul überweise macht auch mich auf jeden Fall einen erheblichen Druck auf mich. Die Idee der Selbstständigkeit liegt erst einmal auf Eis. Das braucht Rücklagen.“


Foto: Afghanistan Schulen Hamburg

Familien beerdigen ihre Angehörigen heimlich
Fraglich ist, warum sich in Afghanistan so viele Menschen seit Ende des Fastenmonats Ramadan, Ende Mai also, infiziert haben. „Ich habe die starke Vermutung, dass nach dem Fastenmonat ihre Körper sehr schwach geworden sind. Dann kamen die Festtage und durch Kontakt muss das Virus irgendwie mit reingebracht worden sein in die engen Räume, wo es schwer ist, Abstand zu halten“, so Arian Hassib.

Sein Bruder wurde zwei Tage lang in ein Krankenhaus eingeliefert. Ein Kurzaufenthalt mit Schrecken, so Hassib, und das obwohl das afghanisch-japanische Krankenhaus in Kabul als eines der Guten gilt. „Mein Bruder war dort zwei Tage lang stationär. In der Zeit sind zwei Patienten in seinem Zimmer gestorben, mutmaßlich an Covid-19. Dann hat er Angst bekommen und ist aus dem Krankenhaus wieder weg. Die Patienten bekommt in vielen medizinischen Einrichtungen gesagt. Bitte bleiben Sie zuhause. Hier werdet hier sterben. Auch ist nicht ausreichend Personal da. Viele Ärzt und Krankenschwestern haen sich selbst infiziert und sind gestorben. Viele Ärzte und medizinisches Personal gehen nicht mehr zur Arbeit. Es liegen viele Tote in den Krankenhäusern herum. Alles ist sehr chaotisch zur Zeit, nach dem was ich höre von meiner Familile.“

Hassibs Bruder arbeitet im Ministerium für Landwirtschaft. „Dort hat man ihn erst ins Home Office nach Hause geschckt. Dann sein Gehalt auf die Hälfte gekürzt. Seine Frau und Kinder konnten keine Lebensmittel und Medikamente mehr kaufen, weil die Preise enorm gestiegen sind. Auch ihm habe ich Geld geschickt, damit er die größte Not meistern konnte.“

Mittlerweile sterben immer mehr Menschen in Kabul zuhause. Sie werden nachts beerdigt, quasi im Verborgenen. „Die nächtlichen Beerdigungen haben zugenommen. Viele Familien haben Angst, stigmatisiert zu werden. Da ist eine Art Scham. Die Familien-Mitglieder schämen sich dafür, dass jemand aus ihren Reihen an Corona gestorben ist. Dass sie ausgestoßen werden könnten. Oder man sich von ihnen distanzieren könnte“.
Sayed Mahdi Mosawi, Soziologe am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen, bestätigt dies. „Es gibt eine verbreitete Angst, stigmatisiert zu werden und damit gesellschaftlich ausgeschlossen zu werden. Deshalb wird vielfach nur erzählt, der jeweilige Angehörige sei an Fieber gestorben. Corona oder Covid-19 wird nicht mehr erwähnt.“

Intellektueller: In Bezug auf Corona problematisch – die orientalische Großfamilie
Der afghanische Intellektuelle Massoud Rahel, der bald 50 Jahre in Deutschland lebt, berichtet ebenfalls von Freunden in Kabul, die nach dem Ramadan-Fest binnen weniger Tage gestorben seien.
„Ich bin überrascht, wie schnell einige Freunde gestorben sind“, so Rahel. „Es gibt eine riesige Diskrepanz zwischen den Informationen der Regierung und den Informationen, die man privat mitbekommt. Die Regierung sagt: wir haben  in Afghanistan bislang 22.000 Infizierte. Man hat den Eindruck, die Regierung ist in diesem Fall nicht transparent und die Informationspolitik nicht korrekt. Man hört zum Beispiel, dass bei Amrullah Saleh, dem Vize-Präsidenten, die ganze Familie infiziert ist.“

Kritisch gegenüber den offiziellen Zahlen aus Kabul ist auch Mosawi. „Die Regierung kann die Lage nicht kontrollieren. Sie ist überfordert, auch als ein Ergebnis von 40 Jahren Krieg. Trotz internationaler Hilfe seit 2001 haben wir immer noch keine gesicherte medizinische Infrastruktur, um in solch einer Pandemie angemessen zu reagieren.“

Afghanistans Gesundheitssystem ermöglicht nur wenige Coronatests. Auf die Ergebnisse müssen Betroffene bis zu drei Wochen warten. Das System ist überfordert. „Die Maskenpflicht zum Beispiel: Inwieweit wurde das eingehalten? Oder die Versammlungsverbote? Es ist eine Tatsache, dass nach dem Eid-Fest an Ramadan die Zahlen der Infektionen exponentiell zugenommen haben. Und wir haben natürlich das klassische Problem der orientalischen Welt – das ist die Großfamilie“, so Rahel.


Foto: Afghanistan Schulen Hamburg

Social Distancing in einer Stadt wie Kabul ist schwierig
Die ersten Fälle von COVID-19 gab es im Februar, als afghanische Migranten aus dem Iran zurück nach Afghanistan kehrten.
„Wir haben im Iran Zehntausende afghanische Gastarbeiter. Und ein Teil von ihnen wurde von den Iranern ausgewiesen. Und sie haben diesen Virus mit sich getragen. Und das afghanische Gesundheitssystem – überhaupt die Gesundheitssystem in der sogenannten Dritten Welt sind gar nicht vorbereitet, mit so einem Phänomen umzugehen. Wie kann man feststellen, dass jemand infiziert ist?“, so Rahel.

Im Iran leben nach verschiedenen Angaben weiter über 1 Millionen Afghanen. Viele davon in einer prekären sozialen Lage, so Sayed Mahdi Mosawi. „Die meisten afghanischen Flüchtlinge und Migranten im Iran sind dort rechtlos. Sie verfügen über keine Krankenversicherung und keine geregelten Papiere. Für einige vom Virus Betroffene scheint in der aktuellen Krise keinen andere Alternative gegeben zu haben, als die Rückkehr nach Afghanistan.“

Regeln wie in Deutschland hält er in Afghanistan für nicht machbar. „Wie soll ein afghanischer Arbeiter, der sehr wenig verdient, sich zuhause halten? Er muss arbeiten! Und in einer Stadt wie Kabul, wo drei Millionen Leute leben, ist die Einhaltung von social distancing sehr schwierig. Da muss man sogar Militär einsetzen.“

Zu schaffen in Kabul machen Bibi Haja Hassib, die derzeit von Sauerstoff-Flaschen abhängt, auch die Preissteigerugen infolge der Corona-Pandemie: „Wenn ich Schmerzen habe kaufe ich normalerweise Paracetamol auf dem Bazar in der Stadt. Die kleine Packung für 20 Afghani, 15 Cent etwa. Jetzt kosten sie  120 bis 200 Afghani und sind fast überall ausverkauft. Es heisst auch, man soll jetzt Vitamin C und Obst essen. Aber woher nehmen? Ein Kilo Zitronen kostet normalerweise 30 bis 50Afganis, etwa 50-70 Cent. Jetzt kostet es 400 bis 500 Afghani. Mehr als das Zehnfache mancmal, und man muss danach suchen.
Neun von zehn Familien geht das so hier, wenn ich mich umhöre. Auf Facebook habe ich gelesen vorhin, dass neun Nachbarn gestorben sind gestern, in einer Familie. Und es fehlt überall an Ärzten, Pflegern, Medikamenten.“ Die Corona-Pandemie trifft besonders die ärmsten Staaten der Welt. Das Virus saugt sich gewissermassen fest, könnte man meinen, an den Ungleichheiten dieser WElt. „54 Prozent der Afghanen leben unterhalb der Armutsgrenze“, betont Sayed Mahdi Mosawi.

Mittlerweile gibt es offizielle Nottelefon-Nummern bei öffentlichen Behörden, bei denen die Menschen Wucherpreise in Geschäften und Apotheken melden können, um sich zu beschweren über die Vertiefung sozialer Ungleichheiten. Die Wirkung solcher Maßnahmen sei allerdings fraglich, so Arian Hassib. „Wenn die Polizei dort einschreitet, kann es gut sein, dass die Besitzer ihr ein Schmiergeld zahlen und die Polizei damit wieder abzieht.“

Ein Anzahl von überwiegend ärmeren Menschen nimmt deshalb Zuflucht zu sogenannten Hakims: Gelehrten, die mit Heilpflanzen arbeiten und diese mischen. Einige von ihnen gerieten in die Schlagzeilen weil sie angeblich effektive Mittel gegen Corona gefunden hätten und es einigen Patienten angeblich besser gegangen sei nach Einnahme der Heilmischungen. Einer Überprüfung hielten die Mittel allerdings nicht stand.
In Kabul versammelten sich Hunderte Menschen vor einer privaten Klinik im Stadtzentrum, einige mit einem  Venenzugang am Arm und in der Hoffnung auf ein Wundermittel einer dieser Hakims. Da dieser nicht zur Stelle war, versuchte die Polizei die Lage zu beruhigen. Die Szenen aus dem Video, das dieser Tage in den afghanischen Medien kursierte, sind hier.
Lange priesen auch TV- und Radio-Medien die Einnahme von Vitaminen als aktives Abwehrmittel. Verbreitete Unwissenheit und eine hohe Analphabetenrate in Afghanistan erschweren zusätzlich den Kampf gegen das Virus.
„Die COVID-19-Pandemie hat erhebliche Auswirkungen auf die psychische Gesundheit und verursacht Depressionen, Angstzustände und Panik“, so Dr. Jamal Alavi, Leiter der COVID-19-Provinz-Taskforce in Bamyan, in einer der Sendungen, die über Radio in der Provinz der Central Highlands ausgestrahlt wird. (hier)

Bemerkenswert bis alarmierend ist die Situation bei der Nachrichten-Angentur Pajhwok, einem der angesehendsten afghanischen Nachrichten-Portale im Netz. Chefredakteur Danish Karokhel ist seit dem 11. Juni mit dem Virus positiv getestet, wenn auch mit geringen Symptomen, nach eigener Aussage. Er hat sich im Büro der Nachrichten-Agentur in eine Qarantäne mit offenem Ende zurückgezogen. „Ich arbeite von meinem Schreibtisch aus. Ich gehe von einer bis zwei Wochen Qarantäne aus“, so Karokhel, der im Büro in dieser Zeit ein eigenes Bad beansprucht und keinen Besuch empfängt. Den Kontakt mit weitereren 15 Mitarbeitern seiner Agentur, die ebenfalls in den letzten Tagen überwieged positiv mit dem Virus  identifiziert worden sind und im Büro arbeiten, beschränkt die Gruppe auf ein absolutes Minimum, nach eigener Aussage. „Wir folgen den Vorgaben des afghanischen Gesundheitsministeriums“, heisst es auf die besondere Konstellation angeprochen.
Jetzt hat Pajhwok das erste Opfer zu beklagen: 17. Juni starb der Verwaltungschef der Agentur, Mahmoud Haroon, offenbar an den Folgen von Covid-19 (siehe hier) Es entbehrt deshalb nicht eines ambivalenten Gefühls, dass das die Mitarbeiter von Pajhwok und anderer Medien in Krisenländern als „heroes of information“, also Helden des Journalismus gefeiert wie betrauert werden (siehe hier, hier). In Afghanistan ist der Druck der Regierung auf Medienvertreter gross, allerdings deutlich weniger als in Ländern in denen mit deutlich autoritärer Hand und Dekreten regiert wird.
Pajhwok hat seit dem 1.April die Hälfte seiner 100 Mitarbeiter in unbezahlten Urlaub geschickt, aus finanziellen Gründen bzw Verträge beendet, darunter viele Reporter, die aus den Provinzen landesweit berichten. Weitere 35 Prozent der Mitarbeiter wurden ins home office geschickt.

Zeit für einen Spendenanruf
Würde es deshalb Sinn machen, Hilfsgelder für Afghanistan umzuschichten? „Man sollte die finanziellen Quellen, die man für andere Projekte hat, direkt zur Bekämpfung von Corona anwenden. Da sollte man schnell reagieren. Denn das ist auch eine Gefahr für Europa. Wir leben in einer globalen Welt. Und die zweite Welle ist schon von der Tür“, meint Rahel.

„Deutschland könnte ein paar Flugzeuge mit Medikamenten, Sauerstoffflaschen und Medikamenten chartern zur Soforthilfe“, meint Hassib, „um die Krankenhäuser wieder ein Stück funktionsfhäig zu machen können. Schutzkleidung wäre dringend erfolderlich, auch Beatmungsgeräte. Damit Krankenhäuser, die betroffen sind, wieder die Arbeit aufnehmen können. Nicht, dass die Toten weiter herumliegen im Krankenhaus und sicher keiner um sie kümmert. Es ist Zeit, einen Spendenaufruf zu tätigen. Wie bei einem Erdbeben oder anderen Naturkatastrophen. Gerade passiert eine Katastrophe in Afghanistan.“

Rahel wünscht sich, dass die WHO in Afghanistan in der der aktuellen Lage eine größere Rolle spielen solle. Die hält sich bisher, neben Appellen, noch zurück. Mosawi wünscht sich vor allem internationales medizinisches Verwaltungs- und Management-Know How bei der Bewältigung der aktuellen Situation. „Wir brauchen Fachberater aus dem Ausland. Und Geld für Lebensmittel. Sonst sterben viele jener, die schon jetzt unter der Armutsgrenze leben.“